ARLECCINO

 

 

Gebet an Pierrot

An Otto von Grote

Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!
Das Bild des Glanzes
Zerfloß – Zerfloß!

Schwarz weht die Flagge
Mir nur vom Mast.
Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!

O gib mir wieder,
Rossarzt der Seele,
Schneemann der Lyrik,
Durchlaucht vom Monde,
Pierrot – mein Lachen.
 

 

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 Arndt Ernst  Moritz 1769 - 1860

Erster Theil
Frankfurt am Main
1818
Bei P. W. Eichenberg


Chorgebet
 

                                                                    

Herrscher der Dinge!
Selige Götter!
Klügeln euch je?
Feuriger Schwinge
Fahret das Wetter
Schmetternd zur Erde,
Stiftend das weh.

 Und von dem Tage
Fliehet der Schimmer
Und von den Nächten
Flieht der Schlaf;
Denn von dem Schlage
Hebet sich nimmer,
Wenn er mit Blitzen
Schrecklicher traf.

 Bringet ihr wieder
Freundliche Sonnen,
Wandelt das Glück auch
Lustig darein,
Locken uns Lieder,
Reizen uns Wonnen,
Blühet das Leben
Lieblich im Schein;

Und von den Blitzen
Und von dem Wehe
Rollende Wolken
Klingt es nicht mehr;
Leuchtende Sitzen
Himmlischer Höhe
Gleich sich in Freude
Irdisches Heer.

 Seliger Götter,
Richtet mit Gnade,
Richtet der Menschen
Flüchtig Geschlecht.
Geht ihr im Wetter
Donnernde Pfade,
Träufelt ihr Segen,
Eu’ r ist das Recht.

 Denn was im Staube
Wächset und gehet,
Flichet wie Sand im
Winde dahin,
Und gleich dem Laube,
Welches verwehet,
Wechselt der Menschen
Schicksal und Sinn.

 Darum bescheiden
Sollen sie treten
Unter des Himmels
leuchtendem Saal,
Blühend in Freuden
Sollen sie beten,
Daß sie nicht treffe
Treffender Strahl.

 S'  wechselt die Welle
Unten nach oben,
Spielte den Schwimmer
Auf und hinab;
Heut ist sie helle,
Heut ist er oben,
Morgen sie reißt ihn
Brausend ins Grab.

 

 

 

 

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Autor; /
 Arndt Ernst  Moritz 1769 - 1860 Erster Theil Frankfurt am Main 1818 Bei P. W. Eichenberg
Bildnachweis; /  Collot  Jacques  1532 -  1635 Bettler mit zwei Krücken 1622 -23
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