ARLECCINO

 

 

Gebet an Pierrot

An Otto von Grote

Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!
Das Bild des Glanzes
Zerfloß – Zerfloß!

Schwarz weht die Flagge
Mir nur vom Mast.
Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!

O gib mir wieder,
Rossarzt der Seele,
Schneemann der Lyrik,
Durchlaucht vom Monde,
Pierrot – mein Lachen.
 

 

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Cornelius Peter  1824 – 1874


Literarische Werke
erste Gesamtausgabe im Auftrage seiner Familie herausgegeben
 Band II
Aufsätze über Musik und Kunst

Gesammelt und herausgegeben von Edgar Istel
Leipzig 

Druck und Verlag von Breitkopf und Härtel
1904

Dichtergebet
 

Zu Himmels Mächten
Hatt’ ich gefleht
mit einem echten
Dichtergebet:
“ Wie sie auch dächten
Mein Los zu weben,
Mir nicht ins Leben
Zu reich zu flechten

Sonnige Tage,
Mir auch in Nächten
Seufzender Klage
Leiden zu geben,
Die mich erheben
Weil ich sie trage,
Indes ich zage
Wenn mich nur Fluten
Der Luft umgeben,
Nur Freudengluten
Dies Herz durchbeben.“

 
Ach! Und die Hohen
Hörten mein Flehen,
Ließen den Frohen
Schmerzen erstehen,
Flammende Lohn,
Die ihn verzehren,
Mächtig sich mehren;
Wonnen entflohen,
Leiden, ach lange
Zu brennen drohen,
Freudigem Klange
Wollen sie wehren,
Dem Freudeleeren
Soll nun die Schlange
Des Grames, die bange
Seele verheeren.
Und darf in Wehen
Mich nicht beschweren,
Da mir geschehen
Nur nach Begehren!

 

 

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Autor; / Cornelius Peter 1824 - 1874
Bildnachweis; / Cheret Jules 1836 - 1932 Summer Conzert 1896
 

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