ARLECCINO

 

 

Gebet an Pierrot

An Otto von Grote

Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!
Das Bild des Glanzes
Zerfloß – Zerfloß!

Schwarz weht die Flagge
Mir nur vom Mast.
Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!

O gib mir wieder,
Rossarzt der Seele,
Schneemann der Lyrik,
Durchlaucht vom Monde,
Pierrot – mein Lachen.
 

 

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Rittershaus Emil 
1834 – 1897

Sechste Auflage
Breslau
Verlag von Eduard Trewend
1880

 


Gebet

Nicht fleh’ ich um den Segen ew’gen Glückes,
Nicht fleh’ ich um ein flüchtig’ Erdengut.
Gieb, Ew’ ger, nur in Stürmen des Geschickes
Dem Geiste Kraft und meinem Herzen Muth!

Den Pfad des Rechtes laß mich ruhig schreiten,
Ob still die  Luft, ob wild die Stürme wehn,
Und eines gieb mir, Gott, zu allen Zeiten:
O, die ich liebe, laß mich glücklich sehn!

 Nur der ist arm, der einsam zieht die Pfade,
Von dem hinweg der Liebe Engel fliehn.
Dir, Schicksal, Dank! Du hast in deiner Gnade
Der Lieb’ und Freundschaft Segen mir verliehen.

O, alle, die mir Liebe je gespendet,
Auf Blumenauen laß sie ewig gehen,
Da ß nie ihr Glück und ihre Wonne endet!
O, die ich liebe, laß mich glücklich sehn!

 Sieh, ihre Freuden will ich jubelnd theilen,
Mich soll bewegen, was ihr Herz bewegt.
Ich weiß es, meine Wunden werden heilen,
So lang sie mild die Hand der Liebe pflegt!

An Ihrer Freude soll mein Herz sich sonnen,
Wenn welkend meines Glückes Blumen stehn,
Und ihre Wonnen seien meine Wonnen. –
O, die ich liebe, laß mich glücklich sehn!

 

 

 

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Autor; /
Rittershaus Emil  1834 – 1897
Bildnachweis; / Watteau Antoine 1684 - 1721 Stehende männliche Figur 1716
 

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