ARLECCINO

 

 

Gebet an Pierrot

An Otto von Grote

Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!
Das Bild des Glanzes
Zerfloß – Zerfloß!

Schwarz weht die Flagge
Mir nur vom Mast.
Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!

O gib mir wieder,
Rossarzt der Seele,
Schneemann der Lyrik,
Durchlaucht vom Monde,
Pierrot – mein Lachen.
 

 

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Uhland Ludwig  1787 -  1862

Zweiundfünfzige Auflage
Stuttgart Verlag bei. J. G. Cotta’schen Buchhandlung

1868

An den Unsichtbaren 


Du, den wir suchen auf so finstern Wegen,
Mit forschenden Gedanken nicht erfassen,
Du hast dein heilig Dunkel einst verlassen
Und tratest sichtbar deinem Volk entgegen.

 Welch süßes Heil, dein Bild sich einzuprägen,
Die Worte deines Mundes aufzufassen!
O selig, die an deinem Mahle saßen!
O selig, die an deiner Brust gelegen!

Drum war es auch kein seltsames Gelüste,
Wenn Pilger ohne Zahl vom Strande stießen,
Wenn Heere kämpften an der fernsten Küste.

 Nur um an deinem Grabe noch zu beten
Und um in frommer Inbrunst noch zu küssen
Die heilige Erde, die dein Fuß betreten.

 

 

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Autor; / Uhland Ludwig 1787 - 1862
Bildnachweis; / Gris J. Pierrot Gitare spielend 1923
 

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