ARLECCINO

 

 

Gebet an Pierrot

An Otto von Grote

Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!
Das Bild des Glanzes
Zerfloß – Zerfloß!

Schwarz weht die Flagge
Mir nur vom Mast.
Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!

O gib mir wieder,
Rossarzt der Seele,
Schneemann der Lyrik,
Durchlaucht vom Monde,
Pierrot – mein Lachen.
 

 

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Platen August von  1796 – 1835

Gedichte

Stuttgart und Tübingen
Cotta’ scher Verlag 1852

                                                                 
XXII
Aschermittwoch

                                                                       
Wirf den Schmuck, schönbusiges Weib, zur Seite,
Schlaf und Andacht theilen den Rest der Nacht nun;
Laß den Arm, der noch die Geliebte festhält,
Sinken, o Jüngling!

 Nicht vermummt mehr schleiche die Liebe, nicht mehr
Tret’ im Takt ihr schwebender Fuß den Reigen,
Nicht verziehn mehr werde des leisen Wortes
Ueppige Keckheit!

 Mitternacht ankünden die Glocken, ziehn euch
Rasch vom Mund weg Küsse zugleich und Weinglas:
Spiel und Ernst trennt stets ein gewagter, kurzer,
Fester Entschluß nur.



 

 

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Autor; / Platen August 1796 - 1835
Bildnachweis; / Henri de Toulouse-Lautrec 1864 - 1901/ Clown 1886/7


 

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