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Saphir Moritz Gottlieb
1795 – 1858
Welt - und Carnevals –
Narren – Büchlein
Carneval – und Masken -
Almanach oder Winter – Etui
Herausgegeben von M.G. Saphir
München 1883
Druck und Verlag von George
Tanz – Arabesken

Widmung
An Madame Terpsichore,
erste Ballettänzerin der großen Oper zu Olymp.
Erlauben Sie, meine
hochgeborene Tänzerin, daß ich – doch nein,
erst verzeihen Sie, daß ich in Prosa mit Ihnen sprechen wollte,
ich vergaß, daß man mit Ballettänzerinnen nur in Versen sprechen muß,
weil sie selbst auch
nur in Fersen mit uns sprechen. Also:
Süßes Wesen, Luftgeborne,
Rythmustochter, Fleischverlorne,
Ewiglächelnde,
Zephirfächlende,
Beinverrenkende,
Hüftenschwenkende,
Göttin, Pophische,
Choreographische,
Luftwurzelnde,
Baumpurzelnde,
Nimmerhappernde,
Entres – chats – klappernde,
Intermettirende,
Badenwattirende,
Himmlischreizende,
Beifallgeizende,
Beinausspreitzende,
Athemlosschnaufende,
Fußspitzenlaufende,
Gluthanfachende,
Gliederkrachende,
Alles Anstandes ledige,
O sey mir die Gnädige!
O nimm gnädig an, was Dir ein Dichter seiner Zeit
Weiht,
Der sich heute, wie er leibt und lebt,
Bestrebt,
So präziös, wie sie die heutige Tanzkunst verrichten,
Zu Dichten;
In eben dem Ebenmaß, wie’ s die Tänzer treiben,
Zu schreiben.
Und es dann Dir, wenn es ihm wirklich so anmuthig,
so ästhetisch sollte gelingen,
Zu bringen!
Dieselbe Harmonie, dieselbe Grazie, dieselbe Schönheit
und Rundung der Formen, denselben Reiz des
Einklangs, wie im jetzigen Tanz, möchte’ ich Dir
heute geben in Versen und Lieder
Wieder!
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