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Duller Eduard 1809 – 1853
Der Mann ohne Herz
Wien M. C. Adolf
Leipzig bei . C. Cnobloch
1830
Im Land der Narrheit

Das Land der Narrheit gränzt
hart daran,
Dort wohnt die Liebe, dort wohnt der Wahn,
Dort baut sich die Hoffnung ein Haus voll Pracht,
Dort stürzt es zusammen wohl über Nacht.
Das Irrwischmännlein leuchtet der Ehre,
Auf der Seifenblase sitzt die Chimäre,
Sie reitet und jagt im flüchtigen Trab
Und kommt von der Stelle doch ewig nicht ab.
Die Täuschung badet im flüchtigen Bach,
Der Wunsch und die Wirklichkeit spielen Schach,
Die Wirklichkeit ruft frohlockend: „ matt!“
Der Wunsch sie submiß um Vergebung bat.
Am Markte steht ein großer Pallast,
Der schimmernd das dunkle Gefängniß umfasst,
Zwei Greise mit funkelnden Schwingen davor
Behüthen bebrillt das eherne Thor,
Im modernsten Costüm, in modernster Frisur,
Denn drinnen gefangen liegt – die Natur!
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Dabei ist das Land an Bewoner
reich,
Verschieden alle, und alle doch gleich.
’ s trägt jeder nach eig’ nem Geschmack den Zopf,
Aber kein Einziger einen Kopf!
Der Erste, der uns begegnete, war,
Vermummt als vernunftlos – geschwätziger Staar,
Seines Handwerks ein Kritikus gar,
Seiner Charge der größte Narr;
Der Mann ohne Herz erkannt’ ihn gleich,
Begrüßt ihn lieb –und ehren – reich;
Sie sprudelten beide von Spaß und Scherz,
Er stellt ihn mir vor auch als Mann ohne – Herz! –
Wohin wir kamen, da sah’n wir Tanz,
Als wär’ in dem Land ewig Mummenschanz;
Das Glück, das führte den Kehraus an,
Der Augenblick gleich nebendran.
Die Freude auch schwang sich im wirbelnden Reih’ n,
Der Schmerz gleich holperte hintendrein,
Das Leben im stürmischen tollen Témpete ,
Der Tod bedächtig im Menuette. –
Im Grab nur lag Einer, der sprach dazu:
“ Ihr tollen Tänzer, lässt mir Ruh,
“ Ruh vor dem Taumel von Luft und von Schmerz.“ –
Es sprach’ sein begrabenes, ruhloses Herz! -
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