ARLECCINO
Gebet an Pierrot
An Otto von GrotePierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!
Das Bild des Glanzes
Zerfloß – Zerfloß!
Schwarz weht die Flagge
Mir nur vom Mast.
Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!O gib mir wieder,
Rossarzt der Seele,
Schneemann der Lyrik,
Durchlaucht vom Monde,
Pierrot – mein Lachen.
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Freyer Göl.
Hamburg
Allerlei
aus dem leben für das Leben.
Der Abend
Im Westen steht die Sonne. Wer aber den lieben langen Tag „umgebracht“, sich bald da, bald dort herumgedrückt, bald dies, bald jenes angefangen und wieder weggelegt hat, wer unter dem Schein der Geschäftigkeit, unter Gähnen und Langeweile die festgesetzten Stunden in Schul - oder Schreibstunde abgesessen hat, der weiß freilich nicht, wie schön der Abend in Wirklichkeit ist, so eilig er sich auch beim ersten Schlag der Feierabendstunde aus dem Staube macht. Vor ihm stehen die Stunden des Tages auf, verklagen ihn: „ Mich hast du todtgeschlagen, mich auch und mich auch! “ und verdammen ihn: „ Du sollst nun auch keine Ruhe, keinen Frieden haben, es soll Dir „ nicht wohl werden am Abend.“ Manche von den Trägen und müßigen fühlen das, aber verstehen es nicht, halten sich für krank, denken, es „ liege ihnen im Körper.“ Die es aber nicht mehr fühlen, sind schon „versumpft.“ Wer viel solche Tage ohne Frucht, solche Abende ohne Frieden verbracht hat, wie soll dem am Abend des Lebenstage zu Muthe sein, wo das Haar grau, der Athem kurz, die Hand matt, der Schritt langsam, der Sinn schwach wird?
Schaut er zurück auf die vielen Jahre, da ist wenig Erquickendes zu
sehen. Die Zeit ward versäumt, die Kraft vergeudet, die Pflicht
vernachlässigt. So mag denn die Feierstunde des Lebens schlagen. Mag es letzten Feierabend läuten, wenn der Meister droben will. Sie gehen in Frieden heim, ruhen aus von ihrer Arbeit und ihre Werke folgen ihnen nach. Solchen Feierabend wünsche ich Dir und mir!
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Auto: / Göl. Freyer ( Daten unbekannt)
Bildnachweis:/ Ophey Walter 1882 - 1930 / Puppe
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