ARLECCINO
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Pierrot!
Mein Lachen
O gib mir wieder,
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STÜCK 1
ERSTES STÜCK
Immer lustig, ohne Sorgen,
Packt, ihr Grillen, packt nur ein;
Denn ich will mit Noth und Klagen
Mir das Herze nicht abnagen,
Diß soll meine Losung seyn:
Immer lustig ohne Sorgen,
Packt ihr Grillen, packt nur ein.
Das ist das Lied vom Ende,
Ich liebe nimmermehr, nimmermehr ;
Wer liebt, der ist geschossen,
Und macht die ärgsten Possen,
Und wenn er denckt er hats,
So kommt ihm doch sein Schatz,
Wohl wiederum die queer.
Heut zu Tage ist es Mode,
Etwas wenig falsch zu sein:
Denn man muß nur brave lügen,
Bleibt auch gleich bey dem betrügen,
Das Gewissen nicht mehr rein,
Grämt man sich drum nicht zu tode.Was man liebet, das ist schön;
Ob es groß ist oder klein,
Dringt es doch Vergnügen ein,
Diß muß alle Welt gestehn:
Was man liebet, das ist schön,
Was man liebet, das ist schön.
Ob es schwarz ist, oder weiß,
Beydes ist von gleichen Preiß.
Das muß alle Welt gestehn:
Was man liebet, das ist schön.Kein Baum fällt auf den ersten Schlag,
Rom ist auch nicht auf einen Tag
So herrlich aufgebauet.
Der Weinstock fordert spät und früh,
Viel Arbeit und viel große Müh,
Eh man die Trauben schaet.So gehts auch in der Liebe zu,
Die Karte lässt uns wenig Ruh
Beym besten Trumpf und Dause,
Wer aber sich dem Glück ergiebt,
Und immer sein geduldig liebt,
Der führt die Braut nach Hause.Aus der Noth
Muß man eine Tugend machen,
Wollen keine Jungfern lachen,
Sucht man sonst sein Stückgen Brot.
Aus der Noth
Muß man eine Tugend machen,
Will das Glücke nicht erwachen,
Ist die Hoffnung sonst nicht tod.
Aus der Noth
Muß man eine Tugend machen,
Und so gehts in allen Sachen,
Denn die Noth hat kein Geboth.Die Sehnsucht ist ein arges Gift,
Wem dieses Ungelücke trifft,
Der ist wohl zu beklagen:
Er läuft, er sucht, er weiß nicht was,
Bald will er diß, bald will er das,
Und darffst doch nicht wohl sagen.
Da kommt die liebe Ungedult,
Und wälzt alsdenn die ganze Schuld
Auf Amors breiten Rücken,
Ja wenn es möglich könnte seyn,
Daß jeder Seufzer würd ein Stein,
Sie müsten ihn erdrücken.Und dennoch ist auf dieser Welt,
kein Ding, das uns so wohl gefällt,
Als solche Liebes – Possen;
Denn wer sich einmahl drein ergiebt,
Und doch die Sehnsucht nicht beliebt,
Der ist wohl recht geschossen.Ich bin an eine nicht gebunden,
Wohl dem, der sich nur trösten kann,
Und hängt nicht einer Schönheit an.
Ist eine übermüthig:So ist die andere gütig,
Wann eine uns verwundet macht,
Und annoch unsrer Schmerzen lacht,
So heilt die andre unsre Wunden,
Ich bin an eine nicht gebunden.Der Fuchsbalg geht doch immer vor:
Wer mit Gewalt durchdringet,
Und alle Sachen trotzt und zwinget,
Der ist der allergrößte Thor.
Doch wenn der Fuchsbalg nichts verricht,
Wenn Kunst und List verrauchen,
Muß man die Löwen - Haut gebrauchen.
Weil die Vernunft das Urtheil spricht;
Wenn ja der Fuchsbalg nichts verricht.
Drum nehmt den Fuchsbalg wohl in acht,
Wer diesen weiß zu streichen,
Der wird sein Ziel viel eh erreichen,
Als wenn er trotzt auf Glück und Macht;
Drum nehmt den Fuchsbalg wohl in acht,• • •
STÜCK 2
ZWEYTES STÜCK
1
Geld ist das Fundament der Liebe;
Wer auf dergleichen Grunde baut,
Der ist versichert wohl getraut
Und achtet keine Sorgen – Hiebe.
2.Geld ist das Fundament der Liebe,
Es macht die schwarzen weißer weiß,
Das liebe Geld behält den Preiß,
Wo diß nicht scheint, ist alles trübe.3.
Geld ist das Fundament der Liebe,
Das Geld deckt alle Mängel zu,
Lieb’ ohne Geld hat wenig Ruh,
Sie steht wie Wasser in dem Siebe.1.
Wer nach Geld und Gut will freyen,
Wird sein Freyen bald bereuen:
Dann es trifft zum öfftern ein,
Daß der Herr ein Knecht muß seyn.2.
Nimmt etwan ein armer Narre
Ein alte reiche Scharre,
Zieht sie seine Hosen an,
Und er bleibt ihr unterthan.3.
Drum so denck ich alle Stunden:
Lieber loß, als so gebunden,
Wer was kann in dieser Welt,
Der besteht auch ohne Geld.Gestohlen Gut schmeckt ja so gut,
Als wenn mans frey und sicher thut.
Unter den verbothnen Küssen
Wird man keinen Unterschied
Gegen unverbothnen wissen,
Weil uns beydes gleich erfreut.Immerhin was mich nicht will lieben,
Mir ist alles einerley:
Ich kann lieben, ich kann lassen,
Ich kann spielen, ich kann passen,
Ich kann auch ein Mädchen küssen,
Doch ich kans auch wieder missen,
Ohne daß ich böse sey.Sollen die verliebten Blicke
Lange Zeit beständig seyn,
Muß ein Liebster auf das Schenken
Und auf Karitäten dencken,
Sonst geht Huld und Freundschaft ein.
Schencke, wilt du daß dein Glücke,
Und der Liebsten ihre Blicke
Sollen stets beständig seyn.1.
So geht es im Lieben, so ist es bestellt,
Die Buhler versprechen, was keiner nicht hält,
Die Worte verschwinden ,
Die Bande zerbrechen,
So bald sie was finden
Das ihnen gefällt.2.
Die Treu war gebräuchlich bey vorigen Zeit,
Jetzt hält man aufs Wandern, und sucht seine Freud,
Von einer zur andern,
Den leichten Gedanken
Behaget das Wancken
Der heutigen Welt;
So geht es im Lieben, so ist es bestellt.I.
Häng dein Mantel nach dem Winde,
Nach dem Regen dreh den Huth,
Streich den Fuchs – Schwanz, wo es nöthig,
Und sey dem nur Dienst –erböthig,
Dessen Hülff dir kommt zu gut.2.
Red wenn dich die Leute fragen,
Was dir nutzen bringen kann,
Wer die Wahrheit stets will sagen,
Wird das Kalb ins Auge offt schlagen,
Häng der Katz die Schellen an;
Streich die Säyten ganz gelinde,
Wo die Force Schaden thut.I.
Die Henckersche Liebe verkehrt noch die Welt,
Es können die Haasen
So närrisch nicht rasen
In Büschen und Feld,
Als wie die Galanen,
Bey Amors verlöffelten Fahnen,
Im Fall sie die Thorheit recht tüchtig befält.2.
Du donnerscher Amor, was fängstu noch an?
Du machest Fantasten,
Die niemahls nicht rasten,
Zu lauffen die Bahn,
Allwo sich die Gecken
Nichts anders zum Ziele vorstecken,
Als wer nur am fertigsten zieren sich kann:
Du donnerscher Amor, was fängstu noch an?Büder! Wenn in jungen Jahren
Euch die Thorheit kommet ein,
Last die Liebes – Possen fahren:
Trinckt davor ein Gläßgen Wein,
Wunden, so von Liebes – Banden,
Seyn so bald nicht heil gemacht;
Aber die von Wein entstanden,
Heilt der Schlaf in einer Nacht.Das Geld zersprengt die schönsten Mauern,
Wo dieses ficht, kan kein Feind dauern,
Erlegt die kühnen Waffen hin,
Die Venus selbst wird sich bequemen,
Ums Geld uns willig aufzunehmen,
Das Geld bringt überall Gewinn.Aria en Menuet.
Mit falschen Kerzen
Mag ich nicht scherzen,
Das sage ich dir,
Vor solchen blitzen,
Will ich mich schützen,
Drum bleib von mir.1.
Liebsten Kinder, trauet nicht!
Sucht sich jemand einzuschmeicheln,
Dencket, daß solch süsses Heucheln
Bloß aus Falschheit nur geschieht;
Weil das Herze nie erwogen,
Was der mund euch vorgelogen.
2.Rühmet einer seine Treu,
Glaubt mir, da ß er etwas nennet,
Welches noch kein Mensch gekennet,
Daß es bey der Liebe sey;
Denn von Jungen und von Alten,
Hat noch keiner Wort gehalten.3.
Nehmt derhalben diesen Rath,
Die ihr es noch nicht erfahren,
Wie man offt mit faulen Waaren
Manches Kind betrogen hat:
Schmeichelt auch mit glatter Zunge,
Aber denckt wie Goldschmieds Junge.1.
Mein Beutel ist krank,
Vom heutigen Spiele,
Den Schmerz, den ich fühle,
Würckt diesen Gesang.2.
Die Gelder sind hin:
Nun tanzen die Mäusse
Auf lustige Weisse:
Diß ist mein Gewinn:3.
Nur lacht mir nicht aus,
Sonst bin ich verdreßlich,
Und zürne gewisslich,
Ach kostbarer Schmauß!Was soll ich thun?
Sich zu wehren ist gefährlich,
Immer leiden zu gefährlich,
Bitten hilft mich auch nicht viel,
Klagen macht ein grosses Spiel;
Gleichwohl werden sie nicht ruhn:
Was soll ich thun?Wer wollte die närrischen Sachen
Der Liebe nicht herzlich belachen?
Wenn Himmel und Glücke sich schmeichelhaft
zeigen,Behängt der Himmel mit Pfeiffen und Geigen;
Bricht aber ein finsteres Anblick herein,
So wünscht man flugs todt und begraben zu seyn.
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STÜCK 3
DRITTES STÜCK
Gebt den Sorgen Nasenstüber,
Sie sind nicht den Hencker werth,
Lasset die Gelassenheit
Eures Herzens Wohn – Hauß über,
Weil sie Rosen auf euch streut,
Die kein Sturm der Angst verzehrt.Wer bey der heutgen Welt
Nicht etwas aus sich selber macht,
Wird ausgelacht:
Man muß das Kleid mit Blech beschlagen,
Und nach den neusten Moden tragen,
Brav aufgeschnitten, groß gethan,
So dencket gleich ein jederman:
Der Kerl hat Geld!Frisch gewagt ist halb gewonnen,
Frisch gewagt ist halb gesiegt,
Mancher trägt das Herz im Munde,
Deme doch im Herzens – Grunde
Lauter blöde Zagheit liegt.Die Leute wollen rasend werden,
Wenn man die liebe Wahrheit geigt;
doch redt man wie sies gernhören,
So bleibet man in Ruhm und Ehren,
Und jedermann ist uns geneigt.Es geht im Leben wie im Kriege,
Bey beyden muß Courage seyn,
Wird ein Sturm gleich abgeschlagen,
So muß man den andern wagen,
Endlich kann man Breche legen,
Und vor Amors blancken Degen
Fällt der Bettel
Denn zuletzt auf einmahl ein.Also geht’s im lieben zu,
Wenn man offt am meistens schmeichelt,
Wenn man offt am schönsten heuchelt,
Weiß das Herz nichts davon,
Und seht fest in seiner Ruh:
Also geht’s im lieben zu.Ein wenig lieben,
Ein wenig treu,
Doch viele küssen,
Und denn zu wissen,
Was schöne sey:
Nicht neidisch werden,
Ist auf der Erden
Beliebt und neu.1.
Wer zum Lieben sich verschrieben,
Muß kein Plappermaul nicht seyn,
Wer sich dergestalt bezeigt,
Dem ist manches Kind geneigt,
Ja, sie geht alles ein.2.
Wer verschwiegen, hat Vergnügen,
Und geniesset tausend Lust;
Aber die das unterlassen,
Müssen vor den andern passen,
Welchen vielerley bewusst.3.
Wenn sie scherzen, wenn sie herzen,
Muß man sagen: Schönstes Kind!
Was von dir mir wiederfahren,
Will ich niemand offenbahren,
Ich bin, glaub es, treu gesinnt.Die Welt ist voller Narren,
Sie laufen mit dem Sparren,
Der eine tanzt im Hembderum,
Und thut erstaunend dumm,
Der andere schneidet in hängenden Sohlen
Frissirte Capriolen.
Der dritte weinet vor Verdruß,
Um einen schnöden Liebes – Kuß.
Du schönes Buch von vierzig Blättern!
Mein Zeit – Vertreib, mein Sorgen – Stab,
Du bildest unser Leben ab:
Bald sind wir gleich den hohen Göttern,
Und nehmen die Ducaten ein,
Doch lassen nicht die Matadoren
So kann Codille leicht verlohren,
Und unser Vorrath kleiner seyn.
Da kommt man an dem Bettel – Stab,
Und wird vexiert von losen Spöttern:
Du bildest unser Leben ab.Der andern Fehler sehen wir,
Gewiß am allerersten,
Da wollen wir im Tadeln schier
Vor großer Weisheit dersten.
Doch unsere Fehler sehn wir nicht,
Da uns am meisten doch gebricht;
Drum stelle man das Klügeln ein,
Und jeder kehrt vor seiner Thür,
So wird es allenthalben rein.Wann wir zu kühne Streiche wagen,
Geht’s warlich selten gut,
Da wird uns offt
Ganz unverhofft
Der Buckel braun und blau geschlagen,
Und diß ist nicht für meinen Magen,
Weil es nicht sanffte thut.
In allen Fällen
Sich zu verstellen,
Ist ein bey der Welt beliebte Kunst;
Verdecktes Schmeicheln,
Scheinheiliges Heucheln,
Verkauffet den betrogenen Rauch und Dunst.• • •
STÜCK 4
Vierdtes Stück
Spricht man nur einmahl Ja,
So können tausend Nein
Das Jawort nicht zertrennen,
Es muß gehalten seyn,
Bis wir zum Graberennen;
Und dieses geht doch gar zu nah:
Spricht man nun einmahl ja.2.
Wie manche spräch ietzt nein,
Die vormahls Ja gsagt:
Man muß sich wohl bedencken,
Eh man das Wörtgen wagt;
Denn diß kann niemand lencken,
Und macht es noch so große Pein,
Wie manche spräch ietzt Nein.Das Glück theilt seine Gaben
Nach seinem Willen aus.
Wer wie die geizgen Raben,
Stets gar zu viel will haben,
Bekommt kaum eine Laus.Gar zu klug und gar zu ehrlich,
Gilt nicht viel mehr in der Welt.
Gar zu ehrlich ist recht thörich,
Wer sich vor den Klugsten hält,
Hat zum öfftern einen Sparren,
Und wird endlich gar zum Narren.1.
So geht es in der Welt,
Man ändert die Gedancken,
Der Wechsel und das Wancken
Sind üblich wie das Geld.2.
Die Buhler machens so,
Mit iedem neuen Hembde,
Verlangt man eine fremde,
Und wird durch Tauschen froh.1.
Meint ihr, daß ich meine Sinnen
Jemahls wird’ entschliessen können,
Zu der Ehe Sclaverey?
Soll ich wohl den Vorsatz fassen,
Einen ganzen Wald zu lassen,
Daß ein Baum nur meine sey?2.
Lieben ist euch unversaget:
Liebt, so lang es euch behaget,
Aber freyen kömmt zu scharff;
Denn diß ist mein gröst Gefallen,
Daß ich immer unter allen
Meine Freyheit brauchen darf.Thöricht ist, daß wir im Lieben
Uns betrüben,
Wenn es uns nicht glücklich geht:
Gleich doch eine stets der andern,
Und man kann zu jener wandern,
Wann uns diese hat verschmäht.
Alles Prangen,
Blüht ja nicht auf einer Wangen,
Und auf einem Munde steht
Ja nicht alle Purpur – Röth.1.
So geht es in der Welt,
Viel Worte wenig Wercke,
Groß Maul und wenig Stärcke,
Viel Beutel, wenig Geld.
2. So geht es in der Welt,
Wer wohl weiß zu flattieren,
Die Hände wohl zu schmieren,
Wird oben angestellt.2.
So geht es in der Welt,
Wer sich will employren,
Muß wacker Geld spendieren,
Sonst wird’s gar schlecht bestellt.3.
So geht es in der Welt,
Wer Kunst und Tugend übet,
Wird nicht so sehr geliebet,
Als wie der Bruder Geld.1.
Ihr Narren! Denckt in der Welt
Euch ohne Geld
Durch Tugend fortzubringen?
Betrügt euch nicht mit solchem Wahn,
Habt ihr kein Geld und fangt was an,
So wird’s euch nicht gelingen.2.
Was kann doch nicht das liebe Geld
In aller Welt
Beym Alter und der Jugend?
Es macht beredt, ist einer stumm,
Er macht klug, ist einer tumm,
Es macht aus Laster Tugend.3.
Kein Mädgen in aller Welt
hat sie nur Geld,
So hat sie auch wohl Freyer,
Sie sey gleich wie ein Schlachter – Bock,
Und sehe ungeheuer.1.
Armer Stümper, werde klug,
Liebe nichts, was dich nicht liebet,
Und dir lauter Körbe giebet.
Hast du denn noch nicht genug?
Armer Stümoer, werde klug.2.
Armer Thor, nimm Warnung an.
Wie ein spitzes Holz dem Kinde,
So nütz ist dir auch Dorinde,
Die dich nicht vertragen kann,
Armer Thor, nimm Warnung an.1. Immer einerley,
Wird man endlich überdrüssig,
Und zumahl wenn man so müßig
Manche Stunde lässt vorbey.
2.Immer einerley,
Kann uns gar nicht recht vergnügen,
Immer stehen, immer liegen,
Das verderbt den ganzen Brey.
3.Immer einerley,
Kann leicht einen Eckel bringen.
Sonderlich in solchen Dingen.
Drum so bleibt ich noch dabey.Bey ieder Schönheits sich vergnügen
Die unsern Augen wohlgefällt,
Heißt recht dem Glück in Armen liegen
Und ist das höchste Gut der Welt,
Küßt doch die Sonne viele Sternen,
Und will dadurch uns lieben lernen.
Wie sollte denn der Mensch allein
An einerley gebunden seyn.Wer kein Herze hat, wie ich,
Bleibe hinterm Ofen sitzen;
Besser ist ihm da gerathen,
Er kann ohne Hieb und Stich,
Allda Birn und Aepfel braten,
Bis ihm beyde Bachen schwitzen.Liebhaber, so nicht schweigen können,
Sind keines einzigen Kusses werth,
Wer heimlich und verschwiegen ist,
Dem wird das Glück viel eher gönnen,
Daß er den schönsten Mund geniest, den er verehrt.
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Autor: / Der lustig und moralisch Arlechino
Oder auserlesene Arien und Lieder aus den vornehmsten
Operen und theatralischen Poësien dieser Zeit
Berlin und Leipzig
ca 1700 -1730
Bildnachweis :/ Illustration des Werkes
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