ARLECCINO

 

 

Gebet an Pierrot

An Otto von Grote

Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!
Das Bild des Glanzes
Zerfloß – Zerfloß!

Schwarz weht die Flagge
Mir nur vom Mast.
Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!

O gib mir wieder,
Rossarzt der Seele,
Schneemann der Lyrik,
Durchlaucht vom Monde,
Pierrot – mein Lachen.
 

 

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 Sanders   Daniel   1817 - 1897

 

Citatenlexikon
Sammlung von Citaten, Sprichwörtern, sprichwörtlichen
 Redensarten und Sentenzen
von Daniel Sanders

Leipzig Verlagsbuchhandlung von J. J. Weber 1899
Daniel Sanders Nach der Photographie von  Paul Fehmer in Deustrelitz.

 

 Narr
 

 


1. Du möchtest die Menschen erkennen, nun, Vielleicht kann’ s dir als Richtschnur passen: /Es zeigt sich der Narr im Wort, der Kluge im Thun/ Und der Weise im Unterlassen.
Fliegende Blätter Nr. 2352 S. 72

 2. Du Narr willst klüger sein als wir.
Geller, Fabeln 1 Buch Der Tanzbär.

 3. Ein junger Kerl muß sieben ganze Jahre ein Narr sein und, wenn er etwas Witziges / Weises/ oder Verständiges in diesen sieben Jahren thut, so muß er aufs neue noch sieben andere Jahre anfangen ein Narr zu sein.
Kaiser Maximilian I

4. Ein Narr ist auch ein Bösewicht.
Hagedorn Poetische Werke Oden und Lieder: Wahre Klugheit.
 

5. Ein Narr spricht, ein Weiser denkt.
Persisches Sprichwort Globus Bd. 58 S. 222

 6. Ein Narr trifft allemal noch einen größeren an, / Der ihn nicht genug bewundern kann.
Lichtwer, Schriften 1 Abt.: FabelnNr.13 Der Esel und der Tohte.

 7. Habt nur Mut, ein Narr zu sein! Klug zu sein ist billig.
R. Prutz Weisheit und Witz.

8. Was ein Narr im Kopf gesetzt, Das hält wie eine Schrift die man in Marmor ätzt.
Lichtwer Schriften 1 Abt. Fabeln 4Buch Nr.  17: Mann und Frau.

9. Wie oft weiß nicht ein Narr durch thöricht Unternehmen / Viel tausend Thoren zu beschämen!
Gellert Fabeln und Erzählungen1 Buch : Der grüne Esel.

10. Wir leben in einer Welt, worin ein Narr viele Narren, aber ein weiser Mann nur wenige Weise macht.
Lichtenberg, Vermischte Schriften II Bemerkungen vermischten Inhalts 16: Vorschläge.

  11. Es steht nichts dem Narren so fern und nichts so nahe als das Genie
Fliegende Blätter Nr. 2342 S. 231

12. Dem Narren gefällt seine Weise wohl.
Sprüche Salomo 12, 15.

13. Der Zeit, des Schreckens Narren sind wir.
Goethe Monolog aus Bayrons Manfred II 2.

14. Eines Narren Bolzen sind bald verschossen
Orleans in Shakespeare König Heinrich V.III 7.

15. Für einen Narren spricht er gar nicht schlecht.
Schatzmeister in Goethe Faust Ii 1.

16.Da habt ihr’s mm! Mit Narren sich beladen,/  Das kommt zuletzt dem Teufel selbst zu Schaden.
Mephistopheles in Goethe FaustII 1.

17. Ihr seid alle beiden Narren!
Pfeffel, Gedichte: Der Ochs und der Esel.

 18. Mich dünkt, ich höre ein ganzes Chor hunderttausend Narren sprechen.
Faust in Goethe, Faust I 6.

19. Narren giebt’ s überall auf der Welt; /Doch jedem sein eigner am besten gefällt.
Wilh. Müller, Gedichte: Epigramme2 Hundert Nr. 7 Der beste Narr.

 20. Unter allem Diebsgesindel sind die Narren die Schlimmsten: sie rauben euch beides, Zeit und Stimmung.
Goethe  Maximen und Reflexionen VI Nr. 87

21.  Verdreßlicher sind keine Narren als Narren, die Verstand besitzen.
Brockes, Versuch vom Menschen 1740 S. 291.

22. Wir Narren der Natur.
Hamlet in Shakespeare, Hamlet I.4

23. Ein Reis von Narrenbaum trägt jeder, wer er sei,/ Der eine deckt es zu, der andre trägt es frei.
Logan Sinngedichte Thorheit.

 24. Dem Narrenkönige gehört die Welt
Talbot in Schiller, Die Jungfrau von Orleans III. 6. 
 25 . Es muß auf Erden jeder Mensch sein Pärchen Narrenschuh vertragen; / Doch mancher lässt die Sohlen sich mit Eisen um und um beschlagen
Wilh. Müller Gedichte: Epigramme1. Hundert Nr. 15: Die Narrenschuhe.

 26. Alle Narrheit erschöpfen, so gelangt man zum Boden der Weisheit.
Börne, Gesammelte Schriften; Fragmente und Aphorismen Nr. 273

27. Ein bisschen Narrheit, das versteht sich, gehört immer zur Poesie
Heine Reisbilder II Italien II Die Bäder von Lucca Kap. XI

 28. Die Narrheit ist ein Instiger Diener, aber ein trauriger Herr.
Fliegende Blätter Nr. 2374 S. 31

29. Was närrisch war angefangen, / Oft zum besten hinausgegangen.
Rollenhagen Froschmenfeler (s) 2 Buch 1 Teil 6. Kap. 295, 6

30. Es geht nun einmal nicht närrischer zu als gerade bei uns auf der Erde.
Fr. Hofmann Der Ratenfänger von Hameln.

 31. Der Thor thut nie,  was er sagt; der Weise sagt nie, was er thut.
Fliegende Blätter Nr. 2308 s. 216

32. Der Thor braucht einen Keulenschlag, / Wo dem Weisen ein Wink genügen mag.
Persisches Sprichwort Globus Bd. 58 S. 222.

33. Im Wasser liegt ein Stein und wird davon nicht weich; Ein Thor nimmt Weisheit an und bleibt sich selber gleich.
Rückkehrt Weisheit des Brahmanen 1839 V 358.

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Lachen
 

 



1. Der ist mit den Menschen übel dran, / Der über sie nicht lachen kann. / Laß dir die Thoren heiter behagen,/ So wirst du auch den Schlechten ertragen.
R. Weitbrecht, Sonnenwende: Neue Dichtungen, lyrische und dramatische I Abt.: Sprüche.

2.  Kann man denn auch nicht lachend sehr ernsthaft sein?
Das Fräulein in Lessing, Ninna von Barnheim IV 6.

 

 

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Leben

 



1. So leb’ denn wohl, du stilles Haus!
Raimund Der Alpenkönig und der Menschenfeind I 29.

2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst gelebt zu haben.
Gellert Geistliche Oden : vom Tode.

3.  Wie rasch das Leben! Wie kurz das Glück! Nimm, Seele, des Tages wahr!
Frida Schanz

4. Wer wusste das Leben recht zu fassen,/ Wer hat die Hälfte nicht davon verloren/ Im Traum, im Fieber, im Gespräch mit Thoren,/ In Liebesqual, im leeren Zeitverprassen
Platen Gedichte Sonette 79

5. Wer weiß denn, ob das Leben nicht ein Sterben ist/ Und Sterben Leben!
Europides bei Plato ( übersetzt hier von Müller 1850) II 458

 

6. Was ist Leben? Ein Schatten, der vorüberstreicht, ein armer Gaukler, /
Der seine  Stunde lang sich auf der Bühne
/Zerquält und tobt; dann hört man ihn nicht mehr./
 Ein Märchen ist es, das ein Thor erzählt, /
 Voll Wortschwall und bedeutet nichts.
Macbeth in Schiller, Macbeth V 6.

7. Was ist das Leben? Ein Wahnsinn ist’ s; / Was ist das Leben? Ein Trugbild nur, / Ein Schatten und ein flüchtiger Gedanke. / Das höchste Erdengut erscheint nur klein, / Das ganze Leben nichts ist als ein Traum, Und Träume – sind Schäume.
Calderon Das Leben ein Traum.

 8.  Vom Leben muß man gehen, wie man vom Gastmahl geht, Mit Dank für seinen Wert und schnürend sein Paket.
Voltaire
9.  Manche Menschen verwenden ihr ganzes Leben nur dazu, um reich sterben zu können
Fliegende Blätter Nr. 2854 S. 89

10.  Manche haben zu leben früher aufgehört als angefangen.
Seneca Briefe Olshausen 1811, I S 77

11.  Leben ist ja doch das höchstes Ziel
Grillparzer Sappo I 4

 12.  Keinem ist das Leben so süß, wie dem, welcher jede Todesfurcht verloren hat.
Smiles Der Charakter 7 Kap. Pflicht und Wahrhaftigkeit.

13.  Kaum geboren, stirbt man nach und nach/ Und nähert sich dem Tode Tag für Tag. / Drum kann ein Thor nur baun dieses Leben.
Fr. Dietz Poesie des Troubadours 3. Abschnitt Nr. 17.

14.  Ich träume statt zu leben.
Freiligrath Gedichte im Herbst

15.  Ein Leben ohne Liebe/ Ist wie Reben ohne Triebe; Ein Leben ohne Glauben/ Ist wie Reben ohne Trauben; Drum ob dir nichts blieb, / Laß beides dir nicht rauben!
Bodenstedt Aus dem Nachlasse des Mirga – Schaffy 1 Buch : Lieder der Liebe, Verschiedene Nr. 6

 16.  Dreifach haben sie mir gezeigt, Wenn das Leben uns nachtet, Wie man’ s verraucht, verschläft, vergeigt/ Und es dreimal verachtet.
Lenau Neuere Gedichte Die drei Zigeuner

17.  Den meisten Menschen vergeht das Leben in der steten Erwartung des Zeitpunktes, an dem sie nun eigentlich zu leben anfangen werden.
Fliegende Blätter Nr. 2313 S. 156

18.  Das Leben wagt der Mut, nicht das Gewissen.
Gordon in Schiller Wallensteins Tod IV 6.

 19.  Das Leben ist eine Krankheit, die ganze Welt ein Lazareth! Und der Tod ist unser Arzt.
Heine Reisebilder II : Italien III Die Stadt Lucra Kap. V

20. Das Leben ist ein Darlehn, keine Gabe.
Bodenstedt Die Lieder des Mirza – Schaffy; Vermischte Gedichte und Sprüche Nr. 5.

21. Das Leben gilt nichts, wo die Freiheit fällt.
Körner Leier und Schwert Letzter Trost. 

 22. Bleibt doch das Leben allezeit der größter Schatz.
Europides

23. Alle kräftigen Menschen lieben das Leben.
Heine Französische Zustände I:VIII Die Reformbill in England.

 24. Den Wert des Lebens bestimmt der Mensch allein; denn das Leben hat nicht mehr Wert, als wir ihm geben.
Fliegende Blätter Nr. 2368 S. 216.

 

 

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Spiegel

 


1. Spiegel sind die Treibhäuser, worin die Eitelkeit großgezogen wird.
Fliegende Blätter Nr. 2350 S. 52.

 

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Weise

 


1. Ein Mensch bleibt weise, solange er die Weisheit sucht; sobald er die gefunden zu haben wähnt, wird er ein Narr.
Spruch aus dem Talmud.

2. Der Weise muß zu den Thoren gehen,/ Sonst würde die Weisheit verloren gehen,/ Da Thoren nie zu den Weisen kommen.
Bodenstedt Die Lieder des Mirza_ Schaffy Lieder und Sprüche der Weisheit 9.

3. Der Weise Mann ist selten klug / Und der kluge selten weise.
Bodenstadt , Aus dem Nachlasse des Mirza  - Schaffy 3 Buch  der Sprüche Nr.43.  

  4. Der Weise fragt nicht, ob man ihn auch ehrt; / Nur er allein bestimmt sich seinen Wert.
Seume Sämtl. Werke Gedichte Nr. 23 Einem Kleinmütigen.

5.Der Weise lernt still mit jedem zufrieden sein und jeden redlich achten.
L. Schefer Leienbrevier, Dezember.IX

6. Es ist des wahren Weisen Art:/ In Worten weich, in Thaten hart.
Leop. Jacoby Ennita S. 49.

7. Ein Weiser und ein Thor verstehen sich leichter als zwei Weisen.
Fliegende Blätter Nr. 2340 S. 192

8. Die höchste Weisheit ist, nicht weise stets zu sein.
M. Opitz Epigramme.

9.Die Weisheit ist eine Göttin, die Klugheit eine gute Hausfrau.
Fliegende Blätter Nr. 23 14 S. 192

10. Die Weisheit ist nur in der Wahrheit.
Goethe Sprüche in Prosa: Maximen und Reflex. II Nr. 10

11. Schmerz ist der Vater und Liebe die Mutter der Weisheit.
Börne Gesammelte Schriften III Fragmente und Aphorismen Nr. 203.

 

 

 

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 Welt

  




1. In unserm Herzen liegt der Wert der Welt.
L. Schefer Laienbrevier, Februar XXVI

2. Wer zehnfach in dieser Welt giebt, wird hundertfach in jener empfangen.
Persisches Sprichwort Globus Bd. 58 S. 222.

3. Wie du die Welt ansiehst, so bist du, sagt man.
August Becker   - -686 –

 

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 Zeit

  



1.  Ein Mensch, der nie Zeit hat, hat sicher nichts zu thun.
Fliegende Blätter Nr. 2389 S. 171.

2.  Es giebt Leute, welche ihrer Zeit stets um einige Dummheiten voraus sind.
Fliegende Blätter Nr. 2373 S. 26

 3.  Im Schmerze wird die neue Zeit geboren.
Chamisso Gedichte Gelegenheitsgedichte. Auf den Tod von Otto v. Pirsch.

4.  Die lange schrankenlose Zeit deckt alles auf, / Was ruht im Dunkel, und verhüllt das Strahlende.
Sophokles Alias 613/ 4 ( Donner)

5.  Man darf nur leben: / Verdienste muß die Zeit Recht und Belohnung geben.
Hagedorn Poetische Werke: Fabeln und Erzählungen: Jupiter die Tiere und der Mensch.

6.  Zeit ist Geld, aber wer viel Zeit hat, braucht viel Geld
Fliegende Blätter Nr. 2843 S. 217

 

 

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Autor:  /Sanders Daniel  1817 - 1897 Zitate
Bildnachweis: / Klee Paul 1879 - 1940
1. Gezeichnete 1935
2. Kostuemierter Knabe 1931
3. Seiltaenzer 1923
4. Senecio
5. Baldgreis
6. Engel voller Hoffnung 1939
7. Vergesslicher Engel 1939
 


 


 

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