ARLECCINO

 

 

Gebet an Pierrot

An Otto von Grote

Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!
Das Bild des Glanzes
Zerfloß – Zerfloß!

Schwarz weht die Flagge
Mir nur vom Mast.
Pierrot! Mein Lachen
Hab ich verlernt!

O gib mir wieder,
Rossarzt der Seele,
Schneemann der Lyrik,
Durchlaucht vom Monde,
Pierrot – mein Lachen.
 

 

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   Steigentesch August Ernst  1774 – 1826


Gedichte 
Vierte Auflage
Leipzig und Darmstadt
1823 bey Joh. Wilh. Heyer

Gute Nacht

 


Mensch, dem Arm des Schlummer übergeben,
Gute Nacht!   
Zwischen Wahn und Thränen liegt das Leben,
Und die heitren Tage hier entschweben,
Wie das Glück, das uns im Träume lacht.
Gute Nacht!
Freundlich schliesst die Zeit den Blick des Müden,
Gute Nacht!

Von dem Leben durch den Schlaf geschieden,
Giebt die Nacht der Seele ihren Frieden,
Die der Dorn der Reue bluten macht.
Gute Nacht!
Schiffer auf des Lebens dunkeln Wogen,
Gute Nacht!
Ruhig ist des Tages Sturm entflogen,
Und das Auge, von dem Wahn betrogen,
Schliesst sich, wenn die Sorge nicht mehr wacht.
Gute Nacht!
 Ruhet sanft nach stürmen und nach Sorgen,
Gute Nacht!
In dem Hafen liegt das Schiff geborgen,
Und es kömmt ein Leben und ein Morgen,
Wo der müde Schläfer froh erwacht.
Gute Nacht!

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Autor:  / 
   Steigentesch August Ernst  1774 – 1826
Bildnachweis: /  Kirchner  Ludwig 1880 - 1938/  Kokotte auf der Strasse 1913


 


 

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